Integrierte Konzepte zum Wohle aller

Immer häufiger ist die Gewinnung von Kies und Sand nicht mehr der Anlass für ein neues Projekt, sondern nur noch ein Aspekt von vielen für eine aktive Landschaftsgestaltung. Die Lippeverlegung bei Wesel ist dafür ein gutes Beispiel. Im Rahmen dieses integrierten Konzeptes werden ganz unterschiedliche Interessen berücksichtigt.

Da ist zum einen die Stadtentwicklung. Durch das Projekt Lippeverlegung kann auf einem neu geschaffenen Bereich nahe der neuen Rheinbrücke ein Gewerbegebiet in attraktiver Lage entstehen. Für ein Plus in Sachen Infrastruktur sorgt die neue Verkehrsführung, die ebenfalls durch die Lippeverlegung möglich wird.

Eine wasserwirtschaftliche Verbesserung möchte der Lippeverband erzielen. Die Lippe wurde schon vor langer Zeit ihres natürlichen Bettes beraubt und in einen Kanal verwandelt. Was seinerzeit sinnvoll erschien, entpuppte sich zunehmend als Problem: Durch die höhere Fließgeschwindigkeit grub sich die Lippe immer tiefer ein. Dieses Problem gehört mit dem neuen, naturnahen Flusslauf der Vergangenheit an.

Zum natürlichen Erscheinungsbild, das die Lippe im Rahmen des integrierten Konzeptes zurückerhält, gehören auch weit reichende Flussauen. Bei einem Hochwasser fungieren sie als natürliches „Überlaufbecken“ und sorgen damit für mehr Sicherheit.

Last but not least wird der „Rückbau“ der Lippe hin zu ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild auch zur Entstehung von Biotopen und Rückzugsgebieten führen. Eine Tier- und Pflanzenwelt, wie es sie schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gab, wird dann in ihre natürliche Umgebung zurückkehren.
Alle genannten Maßnahmen setzen massive Erdbewegungen voraus, die von Hülskens geleistet werden. Im Gegenzug erhält Hülskens Zugriff auf Teile der vorhandenen Kies- und Sandvorkommen, so dass letztlich alle Beteiligten – sowie die Bürger und die Natur – von dem integrierten Konzept profitieren.

 

 

 

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